Ein online Kurs, bei dem die Lernenden grad parallel zum Kurs ihre eigenen Tools online aufsetzen und nutzen lernen ist letzten Monat gestartet:
Bibliothek 2.009
"ist ein Online-Lernprogramm, das BibliotheksmitarbeiterInnen ermuntern soll, mehr über die Techniken des Internets zu lernen, die die Art verändern, in der Menschen, die Gesellschaft und Bibliotheken Zugriff auf Informationen haben und miteinander kommunizieren."
Das Programm ist überschaubar und verspricht Abwechslung.
Spannend beim ganzen Kurs ist, dass die Lernenden hier ihre Kommentare zurücklassen und aus der Praxis voneinander lernen.
Zu dieser Tagung, an der ich selber nicht teilnehmen konnte, möchte ich auf vier Beiträge hinweisen, die mir Impulse geben und die ich auch gerne wieder mehr als einmal anschauen möchte.
Die Frage der Personal Learning Environments beschäftigt mich seit
einiger Zeit in meinem Berufsalltag. Meine Gedanken dazu habe ich noch nicht abschliessend zusammengetragen.
Prof. Dr. Beat Döbeli Honegger
"Einführung in das Tagungsthema"
Video
Beat Doebeli investiert bei seinen Vorträgen immer wieder neu in Formen von Visualisierungen mit Medien.
Hier spielt er vor, wie der Bezug zwischen «Anfassen von Büchern» und dem Anwachsen von «Bücherstapeln bei Lernenden» zu einer «einfachen» Präsentation über iPhone am Presenter hergestellt werden kann. Dahinter steckt Schalk, Übung und Flinkheit mit dem typischen Augenzwinkern von Beat Doebeli. So provoziert er seine Zuhörerschaft immer wieder mit Innovationen. Bravo Beat, weiter so.
Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg Essen)
"Personal Learning Environments: Von der Lehr- zur Lernplattform?"
Video
Die Präsentation ist kurzweilig und klar visualisiert wie auch sprachlich brilliant umgesetzt.
Ich habe immer wieder das Gefühl, dass alles ganz einfach und klar ist, wenn ich Michael Kerres zuhöre.
Es gelingt ihm hier, die Verbindung zwischen Personal Learning Environments und Institutionellen Lernumgebungen einsichtig zu thematisieren.
Prof. Dr. Rolf Schulmeister (Universität Hamburg)
"PLE zwischem Alltäglichem und Besonderem: Was konstituiert eigentlich eine LERNumgebung?"
Video
Interessant, wie ein Professor, der als Digital Immigrant über E-Learning spricht, seine eigene Mediengeschichte mit Bilddokumentationen zur eigenen Lernbiografie darstellt.
Dass Lernumgebungen mehr mit inneren Haltungen und Denkweisen, als mit Technologie zu tun haben, nehme ich als Zuhörerin mit Genugtuung zur Kenntnis. Für mich ist Rolf Schulmeister ein meisterhafter Redner. Er geniesst seinen eigenen Vortrag und vermittelt Distanz und Ruhe gegenüber dem, was da noch alles auf uns zukommt.
Dominik Petko (PHZ Schwyz)
"Ethische Fragen bei der Nutzung von Personal Learning Environments"
Video
Dieser Beitrag zeigt auf, wie ein konstruktiver Umgang mit Internet und Mobile auch in der Schule gepflegt werden kann.
Konkrete Tipps zu Einstellungen und Verhalten für Lehrpersonen und Eltern werden aus den beobachteten Fakten abgeleitet.
Besonders für den konkreten Lernalltag leistet dieser Beitrag wertvolle Hinweise.
Auf diese Frage hat Dani Schenker eine Antwort zusammengestellt in
seinem Blog: sprachen-lernen-web.com
Dieses seit Oktober 2008 laufende Blog liefert spannende Informationen zum Sprachen Lernen im Web.
Hier finde ich neue Quellen, die über das bisher mir bekannte Lernen
auf ein Sprachzertifikat hinausgehen. Es ist eine neue informelle Art des Sprachen Lernens, bunt gemischt und nicht nur auf eine Sprache bezogen, sondern durchzogen mit Tipps und Tricks zu Lerntechniken und Mitteln, die Kreativität und spielerischen Umgang mit Sprachen Lernen anregen.
Bezeichnend dabei ist, dass Dani Schenker zur Zeit selber Spanisch lernt im Ausland und er bringt es sich selber bei.
Anja C. Wagner in ihrem posting vom 28. Oktober 2008 – edufutureblog – liefert aufschlussreiche Informationen zu informellem Lernen, Informationsüberfluss und Umgang mit PLE.
Ein wichtiger Hinweis dabei ist, dass individuelle Lern- und Arbeitsumgebungen nicht nur technisch zu verstehen sind, sondern dass es sich um mentale Modelle handelt: Wir bewegen uns je nach Anforderungen und Gegebenheiten je in anderen Räumen. Was uns verbindet ist nicht primär die Medienkompetenz, sondern die Bereitschaft, sich auf die unterschiedlichen Medien- und Kommunikationsformen einzulassen.
Dabei scheint für mich die kompetente Informations-Kanal-Verweigerung ebenfalls mitgemeint.
– Ich muss mir heute den Raum dazu schaffen, dass ich mein Wissen so wie es für mich passt, organisieren und aufbereiten kann. Die Zeit bekommt dadurch ihre eigene Dimension und ihren neuen Wert.